"Abschiedsgala Wiener Staatsoper 2005"

2005.30.06

"Wiener Zeitung" vom 30.06.2005
Von Verena Franke

Standing Ovations für Zanella und seine Solisten
Jubel und Tränen


Einen würdevollen Abgang inszenierte der scheidende Staatsopern-Ballettdirektor Renato Zanella mit seiner "Saisonschluss-Gala" am Dienstag. Selten zuvor zeigte sich die Kompanie so einheitlich, mit sichtbarer und spürbarer Freude am Tanz.

Die "Saisonschluss-Gala" des Wiener Staatsopernballetts war wesentlich mehr als deren Titel verrät. Renato Zanella ließ dabei mit Hilfe verschiedenster Tanzstücke vom klassischen Ballett über Neoklassik bis hin zum Modernen Tanz seine zehnjährige Ära Revue passieren.
Zu Beginn zeigte Eno Peci seine Geschmeidigkeit in Zanellas "Voyage", gefolgt von Margaret Illmann und Robert Tewsley, die einen Ausschnitt aus "Manon" (Choreographie: Kenneth MacMillan) publikumsgewinnend darbrachten. Eva Petters und Jürgen Wagner begeisterten die Zuschauer mit dem Pas de Deux aus "Raymonda" in der Choreographie von Rudolf Nurejew.
Auch eine William-For-
sythe-Choreographie durfte nicht fehlen: Ein technisch versierter Roberto Bolle und Simona Noja, die an diesem Abend eine unglaubliche künstlerische Bandbreite zum Besten gab, überzeugten vom ersten Schritt an.
Es wäre kein Zanella-Abschied ohne Witz und letztem Späßchen: So tanzten etwa Dagmar Kronberger und Eno Peci einen Ausschnitt aus "Wie es Euch gefälllt" von John Neumeier und brachten mit ihrer Darbietung das Publikum zum Lachen.
Trotz Standing Ovations und einem Blumenmeer war der Abschied wehmütig....



"Die Presse" vom 30.06.2005
von Ursula Kneiss
Triumph auf Spitze und Sohle

STAATSOPER. Zehn Jahre Ballettdirektion Renato Zanella klangen mit einer Gala aus.


Mit gut halbstündigem Applaus, einem Meer von Blumensträußen und Regen weißer Nelken ging die Ära Renato Zanella an der Wiener Staatsoper am Dienstagabend zu Ende. Die Gala zum Saisonschluss 2005 bedeutete aber nicht nur Abschied vom zehn Jahre wirkenden Ballettdirektor und Chef-Choreografen, sondern auch wehmütige Verabschiedung von Publikumslieblingen, die am Haus aufgewachsen und gereift sind - etwa von den ersten Solotänzern Eva Petters und Jürgen Wagner sowie von Christian Musil, Tomislav Petranovic, Christian Rovny und Ballettmeister Christian Tichy.
"Voyage": Aufbruch und Veränderung
Hundertdreißig Stücke von 55 Choreografen standen in der Amtszeit Zanellas von 1995 bis 2005 auf dem Spielplan. "Getanzte Erinnerungen" hieß auch das Motto des Abends, den der berühmte Ballett-Dirigent David Coleman von der Pariser Oper musikalisch leitete. Neben den Highlights aus dem klassischen und modernen Repertoire, teils von internationalen Stars wie Roberto Bolle, Giuseppe Picone und Robert Tewsley glänzend dargeboten, gab die Gala in erster Linie einen Rückblick auf das Wiener Schaffen des Veronesers Zanella....


"Salzburger Nachrichten" 30.06.2005
von Silvia Kargl

Mit einer bewegenden, bejubelten und stimmungsmäßig einzigartigen Gala aus Glanzlichtern der Direktionszeit von Renato Zanella endete am Dienstag nicht nur dessen zehnjährige Ära als Ballettdirektor der Wiener Staatsoper. Zum letzten Mal traten die Tänzer als "Wiener Staatsopernballett" auf, das seit der Eröffnung der Wiener Staatsoper 1869 untrennbar mit diesem Haus verbunden ist....
....Am Ende der dreieinhalbstündigen Gala dankte das Publikum den Tänzern und dem Ballettdirektor mit Blumen, Konfettiregen, Standing Ovations und 30-minütigem Applaus: ein kräftiges Plädoyer für das Ballett in der Wiener Staatsoper.



"Neue Kronen-Zeitung" vom 30.06.2005
von Karlheinz Roschitz
Zum Abschied ein letzter Walzer


Staatsoper: Saisonschluss-Ballettgala und Renato Zanellas Abschied
Manche(r) auf der Bühne kämpfte mit Tränen der Rührung, Melancholie kam auf: Die Saisonschluss-Gala des Staatsopernballetts wurde zur Abschiedsfeier für Renato Zanella. Und mit ihm verabschiedeten sich einige Wiener Publikumslieblinge: Eva Petters, Jürgen Wagner, Christian Musil, Christian Rovny, Tomislav Petranovic . . .
Und so war auch das Publikum bei aller Jubelstimmung merkbar berührt, als die Kompanie da zuletzt im Regen stehen blieb - in einem Regen aus Hunderten Nelken, die zum Abschied aus den Logen geworfen wurden.
Zuletzt, als alle nach Ausschnitten aus Strauß "Aschenbrödel" antraten, kam (Noch-)Ballettchef Zanella als Fotograf verkleidet, mit einer alten Riesenkamera, knipste sein Ensemble, warf sein schwarzes Gewand ab und tanzte mit seiner Solotänzerin Eva Petters einen letzten Walzer . . .
Zanella zog eine Bilanz seiner zehnjährigen choreografischen und erzieherischen Arbeit. Mit einem Mix aus bravourösen Gastchoreografien und eigenen Arbeiten. Simona Noja und der fabelhafte Italiener Roberto Bolle brillierten in William Forsythes Duo aus "In the Middle, Somewhat Elevated", Rebecca Gladstone und Boris Nebyla in Hans van Manens "Black Cake", Eva Petters und Tomislav Petranovic in Vladimir Malakhovs "Verdi-Maskenball", das elegante Paar Margaret Illmann und Robert Tewsley in Peter Wrights "Dornröschen", Dagmar Kronberger und Eno Peci in John Neumeiers "Wie es Euch gefällt", das Ensemble in Jiri Kylians frech-witzigen "Sechs Tänzen" nach Mozart, Eva Petters und Jürgen Wagner im "Raymonda"-Pas-de-deux Nurejews, Shoko Nakamura und Gregor Hatala im "Don Quixote"-Pas-de-deux, Illmann, Tewsley, Christian Musil und Christian Tichy in einer "Manon"-Szene Kenneth MacMillans (am Pult David Coleman).
Die lange Liste der Zanella-Choreografien reichte von "Voyage" (mit Eno Peci) über "Alles Walzer", "Sacre" und "Wolfgang Amad¿" (mit Giuseppe Picone) bis zum ästhetischen Stück "Sensi": sein künstlerisches Kredo! ....





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