"...schatten von sehnsucht...,Last Blues" von Zanella/Danner

1998.02.24

"Kurier" vom 24.2.1998
von Andrea Amort


Zur Berliner Uraufführung des Tanzstücks "...schatten von sehnsucht...,Last Blues" von Zanella/Danner

Es war Götz Friedrich, der Intendant der Deutschen Oper Berlin, der sich, knapp vor der dreiteiligen Premiere des Balletts an seinem Haus, in stolzer Weise für die Zusammenarbeit Wilfried Maria Danners mit Renato Zanella aussprach. Mit der "Total-Uraufführung" (Musik und Choreographie, Anm.) durch den renommierten Dirigenten Arturo Tamayo setzte er an der Deutschen Oper die Reihe der Uraufführungen fort, die mit Henze, Reimann und Rihm begonnen wurde. Vor allem aber ist es die neuartige Form der Ballettästhetik von Zanella, die Friedrich beweist, "daß Oper und Ballett doch wesentlich mehr zusammengehören als bisher angenommen."

Der Intendant spielt damit auf die Kooperation des 42jährigen Kölner Komponisten Danner mit dem Wiener Ballettchef an. Beide nahmen Cesare Paveses Gedichtzyklus "Der Tod wird kommen, und er wird deine Augen haben", den der Schriftsteller kurz vor seinem Freitod verfaßte, als Inspiration und ergänzten einander im Theatralischen kontrapunktisch....."...schatten von sehnsucht...,....Renato Zanella erzählt von dieser Sehnsucht voller disparater Ansichten über Leben und Tod ausschließlich in reich bewegtem, ganz auf der Höhe der Zeit entfaltetem Tanz. Auf der ästhetischen Grundlage, die von Hans van Manen und Jiri Kylian gestaltet wurde, entwirft Zanella eine sehr erdige, sinnliche und einfallsreiche Bewegungssprache. In Berlin gelingt ihm mit der eruptiven Musik von Danner ein szenisch und dramaturgisch durchgearbeitetes Stück, das stilistisch seine Errungenschaften aus den Wiener Piecen "Adagietto" und "Thin Air" weiterführt. Die vom Berliner Ballett ausgezeichnet getanzte Produktion "...schatten von sehnsucht... Last Blues" soll in der Spielzeit 1999/2000 ins Wiener Repertoire übernommen werden. Andrea Amort





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