"Spartacus"

2002.22.04

Der Standard

....Zanellas "Spartacus"-Ballett Wien - Renato Zanella hat es geschafft. Mit Spartacus, seinem bislang überzeugendsten Handlungsballett, hat er vergangenen Freitag das Publikum der Staatsoper für sich gewinnen können. Der Applaus galt auch seinen künstlerischen Mitarbeitern: der vollzählig auf der Bühne angetretenen 78-köpfigen Kompanie, den Ballettschülern, dem Ausstatter Johan Engels und dem musikalischen Leiter Jun Märkl. Geradezu sanft, die lyrischen Aspekte herauskehrend, dirigiert Märkl die als wuchtig bekannte Musik von Aram Chatschaturjan.....Von Vorbildern hält Zanella aber nichts. Auch wenn er auf die historischen Begebenheiten zurückgreift, geht er seinen eigenen choreografischen Weg, fügt neue Männerrollen hinzu und bewegt vor allem gekonnt die Massen. Und er bedient sich zweierlei Tanzsprachen. Das klassische Schrittvokabular ist den dekadenten Römern vorbehalten; erdverbunden und ganzkörperlich expressiv agiert die Sklavenschar.....Die ersten beiden der drei Akte spielen in Spartacus' Erinnerung. Wir finden uns in der Gladiatorenschule, wo uns 100 Ballettschüler in strikter Ordnung rhythmisch entgegenschreiten, wechseln über in das üppige Rom, wo man in der Villa des Crassus der Lust freien Lauf lässt, die Sklaven untereinander zu kämpfen haben und Kinder geschändet werden. Das erhitzt die Gemüter, und in Spartacus reift die Rebellion....
(DER STANDARD, Print-Ausgabe, 22.04. 2002)






< Zurück

English
Italiano
';